Das Hablondawani-Zentrum

Hablondawani – Betreuung von Mädchen und Frauen in Notsituationen

Hablondawani bedeutet Regenbogen

Unsere Partner vor Ort sind in diesem Projekt die Schwestern vom Guten Hirten, die in Naga City in der philippinischen Diözese Caceres eine Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in Krisensituationen geschaffen haben. Die Schwestern nehmen sich um Mädchen und junge Frauen von vier bis 18 Jahren an, die meist im familiären Umfeld physische und sexuelle Gewalt erfahren haben.

Hablondawani, der Name der Einrichtung, ist ein Begriff der Sprache "Bicolano" (Bicol-Region der Philippinen) und bedeutet Regenbogen. Der Regenbogen steht für Hoffnung.

Beratung und Hilfe in der Not

Im Hablondawani-Zentrum erfahren die Kinder, aber auch die Eltern und die Familien auf vielfältige Weise Unterstützung. So gibt es hier als niedrigschwelliges Angebot, eine Beratungsstelle für betroffene Mädchen und junge Frauen. Neben der Beratung werden die Mädchen auch zu Hause besucht, beim Lernen unterstützt und ggf. werden sie für eine weitere Betreuung an andere Institutionen verwiesen.

Im Zentrum ist eine Lese- und Spielecke für alle  Kinder, auch die Jungen, der Gemeinde eingerichtet. Hier können sie jederzeit hinkommen und ihre Zeit verbringen. Sozialarbeiter und Ehrenamtliche arbeiten dort mit den Kindern um sie zu stärken, ihnen christliche Werte zu vermitteln und sie für ihre Rechte zu sensibilisieren. Kindesmissbrauch in jeder Form soll so präventiv begegnet werden.

Vor allem werden hier Kinder der "Kerzenverkäufer", einer der ärmsten Bevölkerungsschichten des Landes betreut. Im Hablondawani-Zentrum erhalten sie auch medizinische Hilfe, Stipendien werden vergeben und die Kinder werden, wenn nötig, an andere Therapiestellen verwiesen.

Zudem gibt es im Zentrum einen Kindergarten für die Betreuung der kleineren Kinder.

Was wird gefördert?

Im besonderen Focus der Förderung steht das „Temporary Shelter Program“ in dem die Schwestern jährlich 20-30 Mädchen aufnehmen, die nicht mehr länger zu Hause leben können. Die Kinder sind zwischen 4 und 18 Jahren alt und haben sexuelle Gewalt durch Verwandte und Fremde erlebt. Sie kommen meist aus den ärmsten Dörfern der Erzdiözese. Bei den Schwestern vom guten Hirten erhalten die Mädchen Nahrung, Kleidung, Unterkunft und therapeutische Hilfe, um die Traumata zu überwinden. Neben Einzel- Gruppensitzungen mit den Beratern oder Psychologen gehören dazu auch therapeutische Aktivitäten wie Tagebuch schreiben, Gartenarbeit, Kunst und Handarbeit, Taekwondo, Tanz- und Musikstunden, usw. Die Mädchen gehen in eine "normale" Schule. Wenn dies nicht möglich ist, weil dadurch ihr Leben in Gefahr ist erhalten sie im Zentrum Unterricht.  Alle Mädchen werden dabei durch Tutoren unterstützt. Sie werden medizinisch betreut und bekommen Hilfe bei der Abwicklung rechtlicher Angelegenheiten. Sie werden in ihren Talenten gefördert und ihnen werden Möglichkeiten aufgezeigt, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Die Mädchen, die wieder in ihre Familien oder Pflegefamilien integriert wurden, werden regelmäßig besucht und begleitet. Sie erhalten weiterhin Unterstützung in rechtlichen Fragen sowie bei der Ausbildung und können an Ferienprogrammen bei den Schwestern teilnehmen.

Ebenso besonders gefördert wird das "Out-reach-Program" von Hablondawani. Die Schwestern und Sozialarbeiter gehen v.a. auf die Kerzenverkäufer und ihre Familien zu, um die Kinder im "Day Care Center" und im "Drop-in-Center" betreuen zu können (aufgrund der sehr schwierigen Situation dieser Familien sind gerade die Kinder besonders gefährdet).

Die Kerzenverkäufer sind eine der ärmsten Bevölkerungsschichten auf den Philippinen, sie bestreiten ihren Lebensunterhalt im Umfeld der katholischen Kirchen mit dem Verkauf von kleinen Kerzen. Mit den verschiedenen Formen und Farben der Kerzen wollen die Gläubigen verschiedene Gebetsanliegen „in den Himmel schicken“.

Insgesamt soll die Förderung in diesem Jahr 25.000,- Euro betragen.